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Die Finanzmärkte stürzen in die Kreditkrise, die großen Volkswirtschaften geraten in einen nie da gewesenen Abschwung, die Eurozone wackelt, die Politiker versuchen sich an der Reparatur der Schäden, anstatt sich der Ursachen anzunehmen, und die Notenbanken sorgen für die Luft, damit die nächste Blase sicher noch größer werden kann.
Spätestens jetzt wird es Zeit sich zurückzulehnen, die nachvollziehbare emotionale Angst beiseite zu schieben und die Fakten anzuschauen:
Die Schwäche des Euro ist nicht nur Ausdruck dieser Krise, nein, sie ist auch eine zusätzliche Wettbewerbssubvention für die Eurozone. Die Abwertung hilft, die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken. Diese Abwertung sollte es den Regierungen deutlich leichter machen, wieder stabilere Rahmenbedingungen zu setzen. Vielleicht gelingt es sogar, einige Webfehler in der Entstehung der Währungsunion zu beseitigen. Interessant wird es - jedoch nicht vor Ende 2011 -, die Entwicklung der Inflationsrate zu beobachten.
Trotzdem, die letzten Jahre haben eines sehr deutlich gemacht: Ohne Konsolidierung der Staatsfinanzen wird es uns auch nicht gelingen, wieder Vertrauen in die Märkte zurückzubringen. Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oberhalb von 2 % werden zukünftig in den großen europäischen Ländern nicht zu erzielen sein. Politiker werden sich nicht über Steuersenkungsprogramme profilieren können. Nein, wir brauchen ein Klima, welches uns erlaubt, unsere Stärken als Exportnation zu erhalten, d. h. jeder auszugebende Euro sollte auf seine Investitionswirkung für die Zukunft geprüft werden.
Deutschland ist eine starke Wirtschaftsnation. Hoffentlich haben wir auch zukünftig den Mut, schwierige Dinge anzugehen. Die Rente der Agenda 2010 können wir im Moment Monat für Monat in der Arbeitslosenstatistik ablesen. Die Anzahl der Menschen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, ist nach wie vor auf einem nie da gewesenen Niveau und hat sich auch in der Krise nur unwesentlich reduziert. Hier darf unsere Politik nicht nachlassen. Eine Aufweichung dieses eingeschlagenen Weges würde uns auf das Niveau der anderen, schwachen europäischen Volkswirtschaften absinken lassen. Auch wenn wir keine Prognosen abgeben, aber Kerneuropa (Deutschland und Frankreich als Anker) wird weiter auf den Euro setzen.
Gerade jetzt gilt es, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern auf die Suche nach attraktiven Anlageideen zu gehen. Wir werden uns zukünftig verstärkt Regionen zuwenden, die nicht nur viel geringere Lasten der Vergangenheit zu tragen haben, sondern auch Wachstumsaussichten haben, die oberhalb von 4 % oder 5 % liegen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Volker Sarstedt
im Juni 2010
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